U0111 Linienzeichnung Freihand
Aufgabenstellung:
Zeichne händisch horizontale, vertikale und diagonale Linien mit verschiedenen Werkzeugspitzen (Stiften) und vergleiche ihre Wirkung.
Erstelle mindestens sechs Serien mit drei quadratischen Grundflächen pro Reihe. Je eine Serie wird mit einer Werkzeugspitze gezeichnet. Innerhalb der drei quadratischen Grundflächen sind jeweils die horizontalen, vertikalen und diagonalen Linien zu zeichnen. Grade Linie, gleiche Stärke, gleicher Abstand.
Beurteilen Sie die Wirkung pro Serie und halten Sie Ihre Gedanken in Ihrer Dokumentation fest. Welche Wirkung hat eine Serie? Welche sind gleich? Welche sind unterschiedlich? Was gibt es in Bezug auf die verschiedenen Werkzeuge zu bemerken? Welche Werkzeugspitze liegt ihnen am besten warum?
Mein Ergebnis:
Für mein Ergebnis dieser Aufgabe war es mir wichtig, stets zwei Werkzeuge direkt miteinander vergleichen zu können. Das erste und zweite Werkzeug sind ähnlich, aber unterschiedlich – genauso wie das dritte und vierte und so weiter. Die Idee dahinter war, kleine Unterschiede zu vergleichen und zu beobachten, wie sich diese auf die Wirkung jeder Serie auswirken.
Ich begann mit zwei verschiedenen Bleistiften, einem von Staedtler und einem von Faber Castell, beide mit dem Härtegrad 3H (Hinweis: Staedtler bezeichnet diesen als H3, was jedoch dasselbe bedeutet). Einige Aspekte des Zeichnens waren bei beiden Stiften gleich:
- Die Linienstärke basiert auf der Rotation des Bleistifts
- Bei beiden musste ich relativ fest aufdrücken
- Es war bei beiden recht angenehm zu skizzieren
Interessanterweise gab es dennoch einige Unterschiede. Am auffälligsten war, dass der Staedtler-Bleistift offenbar viel weicher ist, was sich in deutlich dunkleren Linien zeigt. Ich habe versucht, bei beiden gleich stark aufzudrücken, und auch wenn es leichte Unterschiede gegeben haben könnte, erklären diese nicht den drastischen Unterschied in der Farbgebung. Ebenfalls interessant war, dass sich der Faber Castell trotz der höheren Härte angenehmer zeichnen ließ. Das Erlebnis wirkte deutlich „weicher“. In beiden Serien erscheinen die horizontalen Linien auf dem echten Papier dunkler, aber beim Betrachten der digitalen Bilder wirken für mich persönlich die vertikalen Linien der Staedtler-Serie dunkler. Offenbar beeinflusst auch das Medium, über das man die Linien betrachtet, die Wahrnehmung von Dunkelheit.
Die dritten und vierten Werkzeuge waren jeweils Druckbleistifte verschiedener Marken mit einer Minendicke von 0,7 mm. Überraschenderweise waren beide – der von Staedtler und der von rotring – in Erscheinung und Wirkung recht ähnlich im Vergleich zu den klassischen Holzbleistiften. Das tatsächliche Zeichengefühl war jedoch unterschiedlich: Meiner Meinung nach bietet der Staedtler-Druckbleistift ein deutlich angenehmeres und weicheres Erlebnis. Das liegt teilweise an der Ergonomie des Stifts und der verwendeten Mine. Auch hier scheinen die horizontalen Linien dunkler zu wirken, obwohl sie weniger dicht gezeichnet wurden als die vertikalen.
Die beiden letzten Werkzeuge waren künstliche Zeichenkohlen von Koh-I-Noor Hardtmuth, mit unterschiedlichen Härtegraden – die dunklere mit 2, die hellere mit 3. Das Skizzieren mit diesen war in erster Linie sehr unordentlich, da die Kohle extrem weich ist. Meine Hände und das Papier waren schnell komplett mit Kohle bedeckt. Das Erlebnis, mit einem so weichen Werkzeug zu zeichnen, war für mich nicht sehr angenehm – das Gefühl auf dem Papier erinnerte stark an Kreide, was ich persönlich nicht mag. Die weichere Kohle wirkte auch in der Deckung unruhiger und konnte das Papier nicht gleichmäßig füllen. Die härtere Kohle hingegen war etwas einfacher zu kontrollieren, allerdings war es durch den höheren Härtegrad schwieriger, gerade Linien zu ziehen – sie wurden selten so, wie ich es mir gewünscht hätte. Beide Serien sind sehr einzigartig, obwohl sie von derselben Marke und ähnlicher Härte stammen. Auch hier erscheinen die horizontalen Linien dunkler, besonders bei der weicheren Kohle, da meine Hand beim Zeichnen mehrfach versehentlich die Linien verschmiert hat.

