U0802 Recherche Verbindungen von Räumen
Aufgabenstellung:
Gehen Sie in Bamberg auf die Suche von räumlichen Verbindungen. Suchen Sie ein "Merge" (Terminologie Thiel). Versuchen Sie sich dieser Qualität bewusst zu werden für Ihre späteren Entwürfe. Beobachten Sie die natürliche Situation. Laufen Sie die Merges von allen möglichen Richtungen ab, um diese zu verstehen. Versuchen Sie zu erfühlen, wie ein Area oder Run in ein anderen Run oder Area überfließt.
Suchen Sie ein "Port" (Terminologie Thiel) und wiederholen sie die Begehung wie oben. Wie fühlt sich diese Verbindung an? Wie ist diese baulich realisiert? Wiederholen Sie mit den Verbindungstyp "End".
Dokumentieren sie jeweilige Verbindungen mit mehreren Fotos und einer Kartenansicht und dokumentieren Sie ihre eigenen wahrgenommenen Erlebnisqualitäten und bauliche Umsetzung.
Mein Ergebnis:
Reflexion
Für diese Aufgabe sollte ich in Bamberg verschiedene räumliche Verbindungstypen nach Thiel – also Merge, Port und End – finden und dokumentieren. Anfangs war das gar nicht so einfach, weil ich meine Umgebung bisher nie unter diesem Aspekt wahrgenommen hatte. Aber sobald ich einmal im „Modus“ war, fiel es mir leichter, entsprechende Orte zu entdecken. Ich begann direkt in meiner Nähe, beim Einkaufen, und stieß auf einen Port, den ich vorher nie wirklich beachtet hatte: Beim Nahkauf in der Heßlergasse führt eine schmale, fast schon unscheinbare Treppe zu einem höhergelegenen, offenen Parkbereich zwischen Wohnhäusern. Diese räumliche Verbindung wirkt fast wie ein versteckter Übergang. Man betritt durch den Treppenaufgang einen anderen Raum, der viel ruhiger und abgeschirmter ist. Das bauliche Nadelöhr betont diese Trennung ganz klar.
Den End-Punkt fand ich dann eher zufällig auf dem Rückweg von der Uni. Eine kleine Straße endet dort abrupt an einem steilen Hang, der komplett mit dichtem Wald bewachsen ist. Das wirkt ziemlich drastisch – die Straße läuft einfach gegen eine Wand aus Grün. Der Moment des Endes ist hier nicht nur baulich, sondern auch atmosphärisch sehr präsent: Es fühlt sich geschlossen, fast schon einengend an, vor allem im Kontrast zu den vorherigen offenen Straßenzügen.
Der Merge befindet sich vor der Konzerthalle. Dort geht ein gepflasterter Platz fließend in die Straße über. Es gibt keine harten Kanten oder Schwellen – der Raum öffnet sich einfach weiter. Das Licht und die Weite betonen diesen Übergang noch mehr. Der Merge fühlt sich dadurch sehr offen und durchlässig an. Gerade im Vergleich zu den anderen Verbindungstypen merkt man hier, wie subtil Räume ineinander übergehen können, ohne dass man es sofort bewusst wahrnimmt. Diese Art von Verbindung wirkt fast beiläufig – aber genau das macht sie räumlich so spannend.
Insgesamt war die Aufgabe ziemlich hilfreich, um den Blick für alltägliche, aber oft übersehene räumliche Qualitäten zu schärfen. Sobald ich mich auf die Begriffe eingelassen habe, konnte ich die Unterschiede nicht nur sehen, sondern auch spüren.







