U0410 Praktische Musterrecherche
Aufgabenstellung:
Gehen Sie auf Mustersuche! Suchen Sie vier Muster, je zwei zu Hause und je zwei Muster im freien Außenbereich. Was macht diese Muster aus? Versuchen Sie herauszufinden, wie diese Muster funktionieren (natürlich/künstlich, Wiederholung, Anschlüsse, Struktur/Textur, Grad der Fixierung, Rhythmisierungsgrad, Ornamentierungsgrad)!
Zeichnen Sie die Muster mit Bleistift oder Kohle auf weißes Papier. Verwenden Sie mindestens ein DIN-A3-Format pro gefundenem Muster. Dokumentieren Sie Ihre Erkenntnisse im digitalen Skizzenbuch.
Mein Ergebnis:
Reflexion
Diese Aufgabe war im Vergleich zu den anderen eher hands-on – im besten wie im stressigsten Sinne. Das eigentliche Zeichnen der Muster war schön meditativ, aber das Finden interessanter Muster war schwieriger als gedacht. Ich hätte im Nachhinein gerne noch mehr gemacht, aber die Zeit war knapp.
Trotzdem war ich vor Kurzem in Portugal unterwegs, wo Muster quasi überall sind – besonders in Form von Kacheln. In Ergebnis 1 habe ich ein Muster von einem Gebäude in der Nähe unserer Unterkunft gezeichnet. Der Look hatte etwas angenehm Retrohaftes, was mir direkt ins Auge gefallen ist. Das Übertragen auf Papier war dann weniger einfach – ich habe mich oft in Linien vertan und musste mich ziemlich konzentrieren, um die Wiederholung halbwegs korrekt umzusetzen. Aber ich bin ziemlich happy mit dem Endergebnis.
Ergebnis 2 war etwas feiner und hatte wellenartige Strukturen. Es wirkte auf mich fast wie eine Mischung aus Ornament und Textur, was laut Vorlesungsunterlagen auch ein Kriterium für Muster sein kann: zwischen klar strukturiert und eher fließend, zwischen Symbol und Dekor. Auch dieses Muster war nicht leicht zu übertragen – vor allem wegen der vielen kleinen Kurven.
Besonders spannend fand ich mein 3. Versuch (Unter "Andere Muster"), das ich eigentlich zufällig entdeckt habe: Mein Ehepartner saß abends auf der Couch und häkelte – und als ich genauer hinsah, erkannte ich, dass sich in dem Gehäkelten ein erstaunlich rhythmisches Muster versteckte. Auf den ersten Blick sah es simpel aus, aber beim Versuch, es nachzuzeichnen, bin ich fast wahnsinnig geworden. Vielleicht liegt das an meiner mangelnden Häkel-Erfahrung – aber es hat nochmal gezeigt, wie fein und komplex „natürliche“ Muster sein können, wie sie in der Vorlesung beschrieben werden: mit unterschiedlich starkem Ornamentierungs- und Rhythmisierungsgrad.
Was ich besonders schön fand: Obwohl die Muster aus ganz unterschiedlichen Kontexten kamen – Architektur, Textil, Alltagsobjekte – lassen sich viele Gemeinsamkeiten finden. Wiederholung, Struktur, Variation – und manchmal auch einfach nur Zufall.




