Tandemkritik
Kritisierte Aufgabe:
U0116 Formalisieren einer Zeichnung
A) Zeichnen/Pausen Sie eine beliebige Schnittblume inklusive Stil naturalistisch mit Bleistift (Gimp) auf einem DIN-A4-Format ab.
B) Übertragen sie danach die vorherige Zeichnung freihand in ein geometrisches Gitter (dreieckig, kariert, rautenförmig, wie sie wollen) und passen Sie die Formen dem Gitter an.
C) Machen Sie von der entstandenen formalen Struktur eine Reinzeichnung (entfernen des Gitters) und optimieren dabei unstimmige oder zu komplizierte Formen.
Lernziel: Methode zur Formenvereinfachung und -stilisierung Material: Bleistift, Papier, Edding, kariertes Papier, Architektenpapier, …
Dokumentieren Sie ihr Ergebnis und Ihre Erkenntnisse. Was haben Sie nach und nach festgestellt? Warum ist bei der Übung wichtig, die Übertragung in das geometrische Gitter freihand zu machen und nicht einfach über das in A) Gezeichnete auftragen



Werkzeuge:
- Bleistift
- Pauspapier/Vorlage
- Papier
Reflexion:
Mir war die Aufgabenstellung um ehrlich zu sein nicht ganz klar. Ich habe eine naturalistische Zeichnung aus einem alten Lexikon abgepaust. Ich habe mehrere Pausen gemacht, da ich wissen wollte, welche Blumen sich am besten in formale Formen übertragen lassen. Gröbere Blumen scheinen sich besser zu eignen, da ich nicht auf die Idee gekommen bin, auch Farben und Texturen abzubausen, sondern mich nur auf die Umrisse konzentriert habe. Dreieckige Raster bieten sich eher an, als Quadrate, ich habe das Raster viel zu grob gewählt. Generell gilt für diese Aufgabe, wie für die Meisten aus U01, dass ich sie für mich nicht zufriedenstellend bearbeiten konnte. Ich habe das Gefühl, dass für eine eingehendere Beschäftigung, die die Lernzie erreichen soll, die Zeit bei wertem nicht gereicht hat. Es ist wichtig die Übertragung freihand zu machen, da das gestalterische Sehen geübt werden soll, nicht das kopieren. Hierdurch lässt sich in Korrekturstudien das falsch gesehene herausstellen und am Modell, in diesem Fall die Blume, trainieren. Auch ist für stilisierte Zeichnungen wichtig, einen visuellen Fokus nach Bedeutung zu setzen, die nicht zwangsläufig mit der Größe einer Unterform eines Objektes übereinstimmt. Das kann in einem reinen Muster darüberlegen und Proportionen Übertragen, ohne diese zu erforschen, nicht geschehen.
Peters Kritik:
In seiner Reflexion schreibt er zwar, dass ihm die Aufgabe nicht klar war, allerdings finde ich, dass in den drei Stufen der Formalisierung wirklich deutlich voneinander unterschiedliche Zeichnungen entstanden sind. Der Detailierungsgrad ist am Anfang sehr hoch. Bei der Kästchenvariante finde ich die angepasste mit den Dreiecken spannend, da sie es erlaubt die Kästchen miteinander zwar nicht zu verbinden aber eine Richtung, in die sich die Form verbindet, und somit einer visuelle Weiterführung von bestimmten Elementen mitzugeben. Die darauf folgende Version nimmt dann wieder eine völlig andere Formensprache an und erinnert hier stark an eine Kinderzeichnung. Und das ist hier nicht negativ gemeint, sondern meine ich damit, dass bei der Zeichnung die einzelnen Unterelemente dargestellt werden, indem die Kontur hervorgehoben wird. Aber auch die Trennung dieser einzelnen Elemente (Bsp. Jedes Blatt ist eine geschlossene Form) Verbesserungsmöglichkeit besteht eventuell an dem Punkt der Linienführung, die gerade beim dritten ob gewollt oder nicht, wenig Schwung hat. Auch das überzeichnen einzelner Linien macht irgendwas mit der Wahrnehmung der Qualität
Thomas Reaktion:
Ich gebe Peter recht, es sind verschiedene Zeichnungen entstanden. Ich schreibe diese Reaktion Ende Juli. Mittlerweile ist mir tatsächlich klar, welchen Zweck diese Aufgabe verfolgt. Hier ist deutlicher Lernfortschritt erkennbar und das größer werdende Kontextwissen aus dieser und anderer Veranstaltungen im künstlerischen Bereich sind wahnsinnig hilfreich dabei, sinnvoll und fokussiert an solche Aufgaben heranzughen. Dieser Skill war zum Zeitpunkt der Bearbeitung dieser Aufgabe bei mir bedeutend weniger ausgebildet.
Die Dreiecksvariante war meinen gehörten gestaltpsychologischen Vorlesungen entsprungen. Ich finde diese herangehensweise auch spannender, aber mit der Umsetzung zeigt sich, was auch beim dritten Bild der Fall ist. Ich habe damals Kunst abgewählt und stattdessen Theaterunterricht besucht. Das Überzeichnen ist nicht einem gewünschten kindlichen Stil, sondern einer Stiftkontrolle auf Grundschulniveau geschuldet. Das ist nicht negativ aufgefasst, aber ein immer wieder kehrendes Sichtbarwerden der eigenen Grenzen im gestalterischen Bereich. Ich habe aber die Hoffnung noch nicht aufgegeben mit etwas Übung auf das Niveau eines mittelmäßigen Oberstufenschülers zu kommen.